Mercedes Pagode (W113): Zeitlose Eleganz aus Stuttgart
Die Mercedes Pagode (W113): Wie das charakteristische Dach zum Namen wurde, warum der SL für sichere Eleganz steht und worauf Sammler beim Kauf achten sollten.

Manche Autos sind schnell, manche schön, und wenige sind beides mit einer Selbstverständlichkeit, die zeitlos wirkt. Der Mercedes-Benz SL der Baureihe W113, liebevoll Pagode genannt, gehört zu dieser seltenen Kategorie. Er verkörpert eine Eleganz, die auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Wirkung verloren hat.
Das Dach, das zum Namen wurde
Der Spitzname Pagode stammt von ihrem unverwechselbaren Hardtop. Die leicht nach innen gewölbte Dachform erinnert an die geschwungenen Dächer fernöstlicher Tempel und gab dem Fahrzeug seinen liebevollen Beinamen. Was als praktische Lösung für mehr Kopffreiheit und Stabilität gedacht war, wurde zum Designmerkmal und zur Ikone.
Sicherheit trifft Stil
Die Pagode war mehr als schön. Für ihre Zeit galt sie als besonders sicher, mit einer durchdachten Karosseriestruktur, die Mercedes zum Vorreiter der passiven Sicherheit machte. Dazu kam ein komfortables, souveränes Fahrverhalten. Sie war ein Gran Turismo im besten Sinne: schnell genug, um Freude zu bereiten, und komfortabel genug für die große Reise.
Zeitloses Design
Die klaren, ruhigen Linien der Pagode altern nicht. Ohne modische Übertreibungen, mit perfekten Proportionen und edlen Details verkörpert sie die Designsprache einer selbstbewussten Ära. Kein Wunder, dass sie bis heute als eine der elegantesten Mercedes-Konstruktionen überhaupt gilt.
Vor dem Kauf
Wer eine Pagode sucht, sollte vor allem den Rost im Blick haben. Bodenbleche, Radläufe und Hohlräume sind die klassischen Schwachstellen. Originalität und eine nachvollziehbare Historie steigern den Wert erheblich. Ein gepflegtes, originales Exemplar ist nicht nur eine Freude zu fahren, sondern auch eine wertstabile Anlage. Die Pagode beweist: Wahre Eleganz braucht keine Effekte, sie wirkt aus sich selbst heraus.
Steckbrief
| Baureihe | W 113 |
|---|---|
| Bauzeit | 1963 bis 1971, insgesamt 48.912 Exemplare |
| Modelle | 230 SL (1963 bis 1967), 250 SL (1966 bis 1968), 280 SL (1968 bis 1971) |
| Motoren | Reihensechszylinder mit mechanischer Saugrohreinspritzung von Bosch, 150 PS beim 230 und 250 SL, 170 PS beim 280 SL |
| Getriebe | Vierganggetriebe, Automatik, selten ein Fünfganggetriebe von ZF |
| Besonderheit | Türen, Motorhaube und Kofferraumdeckel aus Aluminium, Hardtop mit der namensgebenden Dachform |
Kaufberatung kompakt
Karosserie
- Wagenheberaufnahmen und Schweller, innen wie außen
- Bodenbleche, vordere Enden der Längsträger und Radläufe
- Kofferraumboden mit Reserveradmulde und Heckblech
- Scheinwerfertöpfe und Türunterkanten
- Kontaktkorrosion an den Scharnieren der Aluminiumteile
Technik
- Einspritzung: Die Sechsstempelpumpe ist robust, ihre Einstellung aber eine Sache für Spezialisten mit Prüfstand.
- Hinterachse: Die Eingelenk-Pendelachse mit Ausgleichsfeder braucht korrekte Einstellung und intakte Lager.
- Bremsen: Der 230 SL hat hinten Trommeln, ab dem 250 SL sind rundum Scheiben verbaut.
- Hardtop und Verdeck: Rahmen des Hardtops auf Rost prüfen, Dichtungen und Verdeckgestänge auf Funktion.
Originalität
Die Datenkarte von Mercedes-Benz Classic nennt Farbe, Polster, Sonderausstattungen und Nummern. Ein Fahrzeug mit Fünfganggetriebe, besonderer Farbe oder seltenem Zubehör sollte das dort belegen können. Achten Sie auch darauf, ob ein angeblicher 280 SL tatsächlich als solcher ausgeliefert wurde.
Teile und Rat
Für die Pagode ist die Teileversorgung über Mercedes-Benz Classic und den Fachhandel sehr gut, auch Karosseriebleche sind lieferbar. Eine Restaurierung bleibt trotzdem teuer, weil viel Handarbeit nötig ist. Wie Sie Aufwand und Werkstatt einschätzen, steht im Beitrag Restaurierungsbetrieb finden.


